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Februar/März

Au weia, jetzt ist das Semster bald schon wieder zu Ende und ich bin hier gerade mal bis zum Anfang gekommen. Ich werde mal versuchen mich etwas kürzer zu fassen, mal schauen, ob es mir gelingt.
Ende Februar bekam ich sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Gut warem meine Noten vom letzten Semester *protz, prahl* und schlecht, um nicht zu sagen, schrecklich, war, dass die Mutter von meiner guten Freundin aus Sigulda gestorben war. Das war ein ganz schöner Schock für mich, ich hatte sie ja oft dort besucht, vor zwei Jahren sogar Weihnachten dort gefeiert und kannte ihre Familie gut. Ihre Mutter war immer so nett und interessiert daran gewesen, was ich so mache, und jetzt fand ich mich auf ihrer Beerdigung wieder... Das ging mir echt nahe, Beerdigungen mag ich sowieso überhaupt nicht und diese war auch nochmal anders, als das was ich sonst kannte. Zum Glück hatte ich eine Menge lieber Menschen um mich, die mir halfen das ganze irgendwie zu verarbeiten, so dass ich selbst für meine Freundin da sein konnte.
Noch ein Pluspunkt war, dass ich viel Ablenkung hatte. Ich war schwimmen, am Wochenende fand eine Party in einer "Erasmus-Wohnung" statt (mit dem Thema "smart&sexy" und ein paar Tage später veranstalteten Janusz und Kristine eine Fotosession mit mir als Model im Geisha-Kostüm. Das war echt lustig, vor allem, da wir keine weiße Schminke hatten und mein Gesicht deswegen mit Tusche bemalten. Die wurde im trockenen Zustand leider steinhart, was zur Folge hatte, dass ich - wie eine echte Geisha - keine Miene mehr verziehen konnte.
 
[wenn der Geisha nach der Fotosession die Farbe aus dem Gesicht bröckelt...]
Unter der Woche ging ich dann wieder brav zur Uni. Na gut, einmal verschlief ich, wir am Abend vorher noch ziemlich lange bei einem Bekannten gesessen und Wasserpfeife geraucht hatten. Am Mittwoch hatte ich eine Mission: ich fuhr zu einem riesigen Krankenhauskomplex und suchte das Sozialarbeitsbüro wie die Nadel im Heuhaufen (war echt nicht leicht!), um eine Unterschrift von einem Dozenten zu holen, damit Kristine ihre Erasmusbewerbung rechtzeitig abgeben konnte. Letztendlich hatte ich Glück und fand nach langem Suchen das richtige Büro und der Dozent kam tatsächlich noch rechtzeitig aus seiner Besprechung. Ich musste nämlich von dort aus direkt weiter zum Flughafen, wo ich Rachel abholte. Wir hatten uns vor zwei Jahren beim EVS in Lettland kennengelernt und jetzt kam sie von ihrem Erasmus in Berlin wieder nach Riga, wo sie im Master Programm studiert. Leider blieb sie nur ein paar Tage, da sie die Masterarbeit zu Hause in Schottland schreibt, aber wir hatten eine Menge Spaß.
Am Wochenende waren wir im Pulkvedis tanzen und das war echt ein legendärer Abend. Ich muss immernoch lachen, wenn ich daran denke, wie zwei gewisse Personen mir in der Straßenbahn gegenübersaßen und jammerten "I lost my crown!" "I lost my dignity! ... Can we open the window?!". (Person 1 hatte an dem Abend tatsächlich eine Plastikkrone dabei und Person 2 geht seitdem auch nicht vorsichtiger mit seiner Würde um. ) Die Nachbesprechung des Abends am nächsten Tag bei Käsesandwiches war nochmal mindestens genau so amüsant. ^^ An diesem Abend kochte die Stimmung in der French Bar über und es wurde ausgiebig auf den Tischen und Stühlen getanzt. Ich war aber leider nicht in der Stimmung und ging realtiv früh nach Hause.
In der folgenden Woche war ich wieder schwimmen, danach mit Viktors ne riesen Pizza essen (macht den ganzen sportlichen Eindruck jetzt irgendwie zunichte, oder?! ;P), wir feierten in Julias Geburtstag hinein, hatten einen nicht zu verachtenden Schneesturm Anfang März und ich war an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Kino im gleichen Film ("Across the universe". Aber schon mit Absicht, denn er gefiel mir so gut und lief nur noch in dieser Woche. Weitere Highlights waren, wie jedes mal, die "rotation" (so nennen sie den Bettwäschewechsel hier im Wohnheim, allein schon wegen dieser Bezeichnung ist es jedes mal wieder ein Erlebnis! ^^), die lettischen Filme, die wir in unserem Sprachkurs schauten und der Test im Litauischkurs, der wirklich nicht leicht war, aber bei dem der Dozent eine Menge nützlicher Tips gab.
Trotz solch spektakulärer Wohnheim-"features" wie der Rotation überlegten Kerttu, Kristine und ich uns, dass eine eigene Wohnung doch nicht zu unterschätzende Reize hat (zum Beispiel eine eigene Toilette) und so durchforsteten wir das Internet nach geeigneten Anzeigen. Tatsächlich besichtigten wir auch das eine oder andere, aber es gab leider immer irgendeinen Haken an jeder noch so schönen Wohnung.
Am ersten Freitag im März hatte ich Nachmittags eine extrem interessante Vorlesung zur lettischen Geschichte und am Abend fand eine weitere legendäre Party statt. Man stelle sich ein rauschendes Fest im Studentenwohnheim gegenüber von unserem vor. Dort dürfen Gäste aber leider offiziell auch nur bis 23:00 Uhr sein und als um halb zwölf noch immer niemand Anstalten machte zu gehen kam ein Sicherheitsmann rauf und fuchtelte auf einmal mit einer Pistole herum. Da das aber auch niemanden beeindruckte hörten wir auf einmal einen Knall und mussten dann schrecklich husten. Der hatte tatsächlich seine Gaspistole abgefeuert!!! Da hatten wir natürlich einiges zu erzählen und zu disskutieren und auf den Schreck mussten wir natürlich auch erst mal einen trinken. Wie dem auch sei, am Ende des Abends wurde ich von einem sehr guten Tänzer in einer Gaybar über die Tanzfläche gewirbelt. ^^ Was will man mehr?!
Die nächsten Abende verbrachten wir dann eher ruhig mit ein paar Filmen (die Polen hatten in ihrem Zimmer "so ein komisches schwarzes, ekliges Zeug" und waren erstaunt bis entsetzt, als ich voller Begeisterung während des Filmes die Lakritze aß *hihi*).
Oh, und am folgenden Montag ging der Kartenvoverkauf für das im Sommer stattfindende Sängerfest los. Dies findet nur alle vier Jahre statt und ist den Letten sehr wichtig. Ich hätte aber nie erwartet, was nun passierte. Als ich am ersten Vorverkaufstag abends um halb sieben Karten kaufen wollte war schon fast alles weg! Die hatten tatsächlich am frühen Nachmittag schon fast alles ausverkauft!! Ich glaube, nach diesem Erlebnis haben die Kartenvorverkaufsstellen die maximale Tickets-pro-Person-Zahl begrenzt! Hoffe ich auf jeden Fall. Die Frau vor mir in der Schlange, in der ich wegen des völlig überladenen Computer eineinhalb Stunden (!) anstand, kaufte nämlich gleich 30 Stück auf einmal! Und das war keine Ausnahme... Na ja, dementsprechend war meine Laune an dem Abend im Keller, als ich je eine Karte zu einer Tanzveranstaltung und zur Generalprobe des Abschlusskonzerts mit knapper Not erworben hatte. Dabei hatte ich mich seit 4 Jahren darauf gefreut, endlich live dabeisein zu können. Aber es wurde an diesem Tag noch verrückter. Ich lag schon im Bett und war fast eingeschlafen, als meine Mitbewohnerin Kerttu nach Hause kam und ihre ersten Worte waren "The house is on fire!". Ich war natürlich auf einmal wieder hellwach um dann zu erfahren, dass (zum Glück) nicht unser Wohnheim, sondern die mehr oder weniger unbewohnte Bruchbude gegenüber brannte. Mit dem wissen um ein brennendes Haus wenige Meter von unserem Haus entfernt konnte ich verständlicherweise nicht mehr besonders gute schlafen, und so standen wir erst in Janusz und dann in Basias Zimmer (die zur anderen Seite rausgehen) und sahen, wie die Feuerwehr den Brand löschte.
Am nächsten Tag wurden wir drei "Ausländerinnen" im Litauischkurs (der auf lettisch stattfindet) tatsächlich für unsere guten Testergebnisse gelobt. Abends war ich mit ein paar Mädels beim offenen Volkstanzabend in der technischen Uni und tanzte diesmal auch selber mit. Am Wochenende war wieder eine "Flatparty" in der Erasmuswohnung, diesmal aber nicht besonder spektakulär. Sonntag Abend fuhr ich mit Kathrin zu Kerttus Freund Gvido und wir vier kochten zusammen Spaghetti Carbonara, am Montag standen Asia, Basia, Janusz und ich ewig in der Küche um schlussendlich Bratkartoffeln und Spiegelei zu essen. Später kam Kristine zu uns, als Kathrin und ich gerade lettische Musik hörten. Kristine und ich fingen an ein Lied umzudichten und ich fand begeistert heraus, dass mein Lettisch inzwischen wirklich schon gute genug für "große Poesie" ist. ^^ Und auch am Dienstag musste ich nicht alleine essen, denn Rita hatte mich in ihre neue Wohnung eingeladen und wir machten Lasagne (im Topf, da wir keine Auflaufform hatten).
So, das war jetzt werder kurz noch bin ich bis zum aktuellen Stand der Dinge gekommen. Aber immerhin hab ich mal wiedr was geschrieben. Das nächste mal geht's dann mit Ostern weiter!
8.5.08 17:41
 


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