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Februar I - Die Uni geht wieder los

Der Februar begann für mich mit einer Einführungsveranstaltung für die Erasmusstudenten an der LU (Latvijas Universitate). Wir hatten uns überlegt dorthin zu gehen, um einen Blick auf "die Neuen" werfen zu können, allerdings waren davon nur herzlich wenige bereits anwesend und so hörte ich mir noch einmal das selbe an, wie bereits im September...
Dafür erkundete ich in den folgenden Tagen dann Neuland. Am Samstag machten Kerttu, Julia, Janusz und ich uns zusammen mit Kristine auf den Weg nach Daugavpils, wo Kristine zur Schule gegangen war. Daugavpils ist die zweitgrößte Stadt Lettlands und dort leben mehr Russen als Letten. Tatsächlich hörten wir nur einmal jemanden auf der Straße lettisch sprechen, und das waren, wie sich später herausstellte, Lehrer vom letischen Gymnasium. Übernachten konnten wir bei ein paar Franzosen, Freunden von Kristines Freunden, die eine unglaublich tolle Wohung mit ungelogen 5-6m hohen Decken und einer Galerie hatten. In einer Nachbarwohnung hatte sich der eine Franzose ein kleines provisorisches Tonstudio eingerichtet und so bekamen wir eine Menge live Musik zu hören, komplett mit Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Sehr toll! Am nächsten Tag schauten wir uns die Sehenswürdigkeiten von Daugavpils an, obwohl es eigentlich kaum welche im klassischen Sinne gab. Aber trotz der Kälte machten wir uns noch auf den Weg zur Festung, die sich ein wenig außerhalb der Stadt befindet und fuhren eher unfreiwillig mit der Straßenbahn (ja, die gibt es in Daugavpils! Total knuffig und klein! ) bis zur Endhaltestelle und wieder zurück ins Zentrum (das ist eher schwer auszumachen in Daugavpils). Tja, und am Abend machten wir uns wieder auf den Weg nach Riga, in einem komplett modernen lettischen Zug! Das ist tatsächlich erwähnenswert.
Das waren dann auch schon wieder die Semesterferien, denn am Montag, den 05. Februar, ging dann die Uni wieder los. Morgens fand ich mich plötzlich in einer großen Gruppe neuer Erasmusstudenten wieder, die Vili (aus Slowenien) aufgegabelt hatte und wir liefen alle zusammen zur Sprachfakultät. Dort war das erste Treffen für die Russischkurse. Meine Dozentin vom letzten Jahr teilte mich gleich von vornherein in den Fortgeschrittenenkurs ein (ein kleiner Grammatiktest folgte aber in der ersten Stunde). Danach gingen Anke und ich mit zwei neuen Erasmusstudentinnen aus Norwegen und Polen in die französische Bäckerei und nach einer Tasse Kakao machte ich mich auf den Weg zur Elizabetes iela, wo ich Viktors traf. Er hatte uns von dem Schwimmbad in der "Arena Riga" (ein großes Sport etc Zentrum) vorgeschwärmt und hatte dabei nicht übertrieben! Da das Wetter so schön, kalt und sonnig, war liefen wir zu Fuß dorthin und nach einigen Verwirrungen durch das moderne Spintsystem fand ich tatsächlich meinen Weg durch Umkleide und Duschen ins Becken. Das Hallenbad ist wirklich schön, hell, sauber, modern und hat eine Sauna bei den Duschen, die man zusätzlich benutzen kann! Eine Stunde zogen wir unsere Bahnen, dann fuhr ich nach Hause, später einkaufen, wusch meine Wäsche und dann kochten wir Tomatensuppe. Alltag gibt's halt auch. Der Dienstag brachte das erste Treffen für die Lettisch Kurse (wir hatten Glück, denn es wurde extra für uns das Experiment eines C1-Level Kurses gewagt, normalerweise war noch nie so ein hoher Kurs zustande gekommen). Außerdem hatte ich meine ersten Vorlesungen auf lettisch in diesem Semestern, ein Phonetik Seminar, mit einem sehr sympathischen Dozenten, der wie Meister Propper aussieht, und den Litauisch Kurs, ebenfalls mit einem ziemlich amüsanten Dozenten. Abends traf ich mich endlich mal mit Rita (die war ja inzwischen schon wieder seit einer Weile zurück in Riga) und es gab eine Menge zu erzählen.
Mittwoch musste ich um 7:00 aufstehen. Das was ich echt nicht mehr gewöhnt. Aber von nun an musste dies stundenplanbedingt alle zwei Wochen sein. Die Phonetik Vorlesung um halb acht war aber wirklich interessant. Abends saß ich endlich mal wieder ein bisschen im Zimmer von Asia und Basia um die neusten Neuigkeiten und Wohnheims-"gossip" auszutauschen, was ja eigfentlich im letzten Semester schon zur Gewohnheit geworden war.
Am nächsten Tag hatte ich nicht so viel zu tun und laß mein kürzlich erstandenes lettisches Enid Blyton Buch durch (hach, Kindheitserinnerungen ^^). Abends waren wir in der French Bar, aber ich merkte schon, dass eine Erkältung im Anmarsch war... Und die kam dann auch, aber wie! Freitag lag ich den halben Tag im Bett (abends hatten wir Besuch in unserem Zimmer) und das komplette Wochenende verbrachte ich dann mit Fieber im Bett. Zum Glück hatte ich im Wohnheim ungefähr 4-5 "Muttis" um mich (Danke besonders an Julia und Stas!), die mich mit Tee, Suppe, Decken und Medizin versorgten. Da war alles nur halb so schlimm. Nachdem sich dann mein Bett mehrmals in meine persönliche Sauna verwandelt hatte (bääh) ging's mir am Montag schon wieder besser und am Dienstag wagte ich mich wieder aus dem Haus. In den lettischen Kursen kamen unsere Kommilitoninnen tatsächlich von alleine auf uns zu (sehr ungewöhnlich hier) und stellten sich als sehr nett heraus. Gut, dass es mir wieder besser ging, denn an diesem Abend war auch ein Skakonzert (Reel Big Fish u.a.), für das ich schon seit einiger Zeit Karten hatte. Viktors sowie Sonja und Irene (EVS Freiwillige aus Barkava) waren auch mit von der Partie und es war wirklich einsame spitze!!! Der Club, in dem das Konzert stattfand, war ziemlich versteckt, aber irgendwie schafften wir es doch ihn zu finden (warum bin ich eigntlich für die Navigation veranswortlich?! Ganz schlechte Idee... ) und ich stellte fest, dass ich sogar mehr Lieder von der Band kannte, als ich vorher dachte. ("Wie, das Lied ist auch von denen?!?"
Die Vorlesung am nächsten Morgen wurde dann leider nicht durch meine Anwesenheit beehrt, dafür kam diese Ehre der Mensa in der nahegelegenen Politik Fakultät zu. Um halb fünf hatten Janusz, Kerttu und ich, das ist die ganze Gruppe, Lettisch, für mich die erste Stunde in diesem Semester. Der Kurs ist echt toll! Danach besuchten Kerttu und ich auch noch eine weitere Vorlesung von unserem Lettischdozenten, zum Thema Stilistik (mit lettischen Master Studenten... Wir kamen uns ein wenig fehl am Platze vor, als Bachelorstudenten und Ausländer, aber es war sehr interessant).
Zu Ehren des 14. Februars war unsere Russisch Stunde sehr gemütlich, mit Tee und Keksen und auch der Rest des Tages war ziemlich entspannt (Neon lesen und Sarah zum Geburtstag gratulieren). Und schon war wieder Freitag. Um zwei ging ich mit Janusz zur Vorlesung über die Geschichte des Baltikums, deren ersten Teil wir schon im vorigen Semster besucht hatten, und der Professor war ehrlich überrascht uns zu sehen (da außer uns fast nur neue Gesichter dort waren). Abends fand eine Party in einer "Erasmus Wohnung" im Zentrum statt, chaotisch, feuchtfröhlich und sehr Erasmus-mäßig. Wird inzwischen in fast regelmäßigen Abständen wiederholt. Am Samstag holte ich zwei litauische Freundinnen von Alina, einer Kommilitonn aus dem letzten Semester, vom Busbahnhof ab, Abends weilten wir mal wieder in der French Bar. Sonntag waren dann ausruhen und Hausaufgaben angesagt, unter anderem für lettisch, wofür wir uns Unterstützung durch Kristine holten und dabei eine Menge Spaß mit lettischen Adverben hatten (das meine ich jetzt ernst! ).
Montag Mittag war ich zum ersten mal bei meiner Slawistik Vorlesung über slawische Mythologie. Auf russisch. Dementsprechend abwesend war ich plötzlich sehr überrascht, als ich meinen Namen hörte. Sofort wurde meine Inkompetenzkompensationskompetenz aktiv und ich vermittelte der Dozentin irgendwie (nur mit den Worten "Da ... da... da", dass ich eine Austauschstudentin sei, die diesen Kurs gerne besuchen wolle.
Ziemlich bald hatte mich der Uni Alltag wieder, ich transkibierte fleißig lettische Sätze in phonetische Schrift, lernte litauisch, russisch und lettisch Vokabeln, saß Aufmerksamkeit vortäuschend in der russischen Vorlesung und so oder ähnlich sieht es bis zum jetzigen Zeitpunkt immer noch aus. Kleine und größere Abenteuer lockern den Alltag jedoch immer wieder auf, dazu allerdings beim nächsten mal mehr...
25.3.08 22:45
 


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