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Januar, Teil I

Besser spät als nie! Ich war eine ganze Weile sehr schreibfaul und hastenichgesehn ist schon wieder so viel Zeit vergangen, dass ich alles unmöglich in einem Blogeintrag zusammenfassen kann. Aber jetzt ist (dank eines kleinen Schubsers, Danke Alisa ) meine Motivation wieder da und ich werde versuchen in kleinen Teilen die ereignisreichen vergangegen 9(!) Wochen zusammenzufassen.
Im Januar war hier "Sesija", also Klausurenphase. Eine Woche nach Russisch hatte ich die Lettischprüfung, schriftlich und mündlich, die mir wesentlich leichter viel. Abgesehen davon schrieb ich noch zwei Hausarbeiten/Aufsätze, den für die Vorlesung "Baltic history" sogar auf lettisch! Ich glaube, ich hatte vorher noch nie so viel auf lettisch gelesen, geschweige denn geschrieben! Aber als ich endlich fertig war, war ich stolz wie Oskar! Und die ganzen Mühen haben sich auch in der Zensur bemerkbar gemacht. *freu*
Während dieser vorlesungsfreien Zeit entwickelten wir ein paar neue Gewohnheiten. Zum einen schauten wir auf Kathrins kleinem schwarz-weiß Fernseher (der ein ganzes Programm empfängt und dessen Bild und Ton jedes mal verschwinden, wenn draußen ein Zug vorbei fährt) Wer wird Milionär auf lettisch und zum anderen endeckte ich meine Liebe zu Harčo, einer georischen(?) Suppe, die man in einem Suppenrestaurant hier essen kann, was wir dann auch teilweise mehrmals wöchentlich taten.
Als Julia nach Weihnachten wieder nach Riga kam warteten wir am Flughafen auf sie, wo wir ein kleines Spektakel beobachten konnten, als ein paar Letten einen Freund mit einer riesen Flagge, Stühlen, Sekt und jeder Menge Fotos empfingen. Tagsüber waren wir zwar alle meist mehr oder weniger mit lernen/schreiben beschäftigt, aber Abends suchten wir dann fleißig einen Ausgleich dazu. Einen Donnerstag Aben hatten wir ein paar Freunde ins Wohnheim eingeladen, um ein bisschen vorzuglühen. Viktors und Gvido, zwei Bekannte, die wir aber durch komplett verschiedene Umstände kannten, waren, wie sich eines Abends herausgestellt hatte, gemeinsam in Riga zur Schule gegangen und kamen gemeinsam. Aber das war noch nicht alles! Wie sich später herausstellte kannten Viktors und Laura (aus den USA, mit der wir zusammen im Lettischkurs waren) sich von ihrer Arbeit im Okkupationsmuseum, wo wiederum auch Aušra aus Madona gearbeitet hatte die wir alle drei kennen! Da sieht man mal wieder, die Welt (und besonders Lettland) ist ein Dorf!
Am nächsten Tag kam Viktors wieder zu uns ins Wohnheim und später fuhren wir zusammen mit Kerttu und Kristine (einer Kommilitonin von Viktors, die bei und im Wohnheim wohnt und mit der wir uns auch angefreundet hatten) ins Zentrum. Es folgte mal wieder ein schöner Abend in der French Bar mit anschließendem (fast schon obligatorischem Snack bei Pelmeni) und wir sprachen sehr viel lettisch. Unter anderem beschlossen Kristine, Viktors und ich, dass wir aufgrund unserer braunen Haare ja quasi Geschwister sein könnten, was noch zu einer ausgeprägten "Familienbildung" führen sollte.
Ein paar Tage später, am 14. Januar, war dann der Tag des Abschieds von meiner lieben Mitbewohnerin Anna gekommen. Dummerweise ging ihr Flug tierisch früh, was die Verabschiedung ziemlich verpennt ausfallen ließ. Um den Abschied auszugleichen, gab es am Nachmittag des selben Tages aber auch ein Wiedersehen! Janusz kam aus Polen zurück und wurde von Kristine und mir herzlichst begrüßt, schließlich hatten wir beschlossen, dass er auch ein unverzichtbares Mitglied unserer "Familie" ist. Gleich am selben Tag gingen wir drei zusammen mit Gvido und Santa (einer Freundin von ihm) zu einer Ausstellungseröffnung in einer kleinen Gallerie. Sehr kultiviert und kulturell interessiert wie wir so sind, bewunderten wir die Aktfotos (auch wenn sie uns nicht total vom Hocker hauten) und erfreuten uns an dem Rotwein, der angeboten wurde. Und dann kam die Idee auf für ein "Stündchen" in die French Bar zu gehen. Stündchen, jaja... Und das einen Tag vor meiner Lettischprüfung! Allerdings hatten die anderen gute Argumente, es handelte sich nämlich nur um Kerttu und mich und jede Menge Letten, was natürlich extrem nützlich vor einer mündlichen Prüfung ist. Sprachpraxis und so. Später setzten wir das "Stündchen" noch bis elf Uhr Abends in Kristines Zimmer fort. Es war ja auch immerhin Gvidos Geburtstag, also sogar einen Grund zum feiern hatten wir. Später holte Kristines Freundin ihre Gitarre und bei einem lettischen Lied ("Kaija" waren plötzlich alle ganz erstaunt, dass ich mitsingen konnte, denn außer mir und der Gitarrenspielerin kannte es niemand! *hihi* Jahrelange Madona-Erfahrung zahlt sich eben manchmal aus...
Auf dem Weg zur Prüfung am nächsten Tag stellte ich mal wieder das Nichtvorhandensein meines Talents mich sicher auf glatten Straßen fortzubewegen unter Beweis, bis ich letztendlich rechts und links bei Julia und Aura eingehakt die letzten Meter zur Uni zurücklegte. Man sollte aber auch wirklich nicht unbedingt die Schuhe mit der glattesten Sohle anziehen, wenn draußen Eis auf den Wegen ist... Nach der Prüfung machte ich mir einen faulen Tag, kochte einen riesen Topf Tomatensuppe mit Uli, machte einen kleinen Spaziergang mit Janusz und Kristine und schaute später bei ihr CSI im Fernsehn (auf einem großen, bunten Fernseher, dessen Bild leider auch wackelt, wenn ein Zug vorbei fährt). Außerdem zog an diesem ereignisreichen Tag auch Kerttu aus Estland zu mir ins Zimmer! Wir hatten uns im ersten Semester im Lettischkurs kennengelernt und angefreundet und nachdem Anna jetzt weg war hatten wir die glorreiche Idee, dass Kerttu meine neue Mitbewohnerin werden könnte. So schleppte sie dann den ganzen Abend über Bücher und andere schöne Dinge von ihrem Zimmer im 2. Stock in unser Zimmer im 1. Stock. Und damit nicht genug, um Mitternacht bereiteten wir Kathrin eine kleine Geburtstags"überraschung" mit Wunderkerzen und tranken dann noch Gläschen Sekt.
Am nächsten  Tag nahmen Kerttu, Aura und Janusz an einer Konferenz zur Lettischen Sprache teil und berichteten (auf lettisch) von ihrem Erfahrungen beim Erlernen dieser Sprache. Ich war leider nicht da, aber danach kam eine überglückliche Kerttu nach Hause und berichtete mir alles ganz genau. Ein paar Tage später konnte man sogar in der Zeitung über die drei lesen, der Artikel hängt jetzt an unserer Wand. Abends feierten wir Kathrins Geburtstag in der French Bar, die ungewöhnlich leer war. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass die Barkeeper es sich zum Ziel gesetzt hatten, trotzdem genau so viel Wodka wie an einem normalen Abend unter die Leute zu bringen. Auf jeden Fall deutete die Mischung meines Wodka-O darauf hin.
Der nächste Tag verlief dann wieder ausgesprochen ruhig, ich schrieb an meiner Hausarbeit und quatschte mit den Mädels bei einer Tasse Tee. Die Hausarbeit war inzwischen fast fertig und es sollten ein paar aufregende "Semesterferien"-Tage folgen... Aber dazu später mehr.
10.3.08 00:21
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alisik (12.3.08 19:11)
Na endlich!!!
Es ist schön, weider mal was von dir zu lesen! Und schön ist es auch, am Leben in Riga wenigstens durchs Lesen teilzunehmen!
Weiter so!!!
***Schöne Grüße aus Berlin***

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