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Ein Eintrag mit Überlänge

Au weia, ich hab lange nix mehr geschrieben… Dabei ist doch schon wieder so viel passiert (das kann ich auch gleich als Grund dafür angeben).
Am besten fange ich da an, wo der letzte Eintrag aufgehört hat. An dem Samstag Abend wollte ich nämlich gerade in die Küche gehen, um Abendbrot zu essen, als mich plötzlich Karina an der Hand nahm und ich mich in Marylas Zimmer im 2.Stock wiederfand, wo gerade ein großes Abendessen mit ungefähr 12 Leuten stattfand. Das war echt schön und ist – in etwas kleiner – inzwischen schon fast zu einer kleinen Tradition geworden (meistens in Karinas und Kasias Zimmer und unabhängig von der Tageszeit). Nach dem Essen saß ich noch eine ganze Weile mit meiner (inzwischen nicht mehr ganz so neuen) Nachbarin Uli zusammen, die ich schon seit mehreren Jahren kenne, und wir quatschten bis tief in die Nacht (was inzwischen auch schon eigentlich die Regel ist ).
Den Sonntag verbrachte ich mit Rita bei eisig kaltem, aber sonnig schönem Wetter zunächst mit einem langen Spaziergang durch die Altstadt und danach im „Spalvas pa gaisu“, einem sehr gemütlichen Café. Abends wurde Karina zum Geburtstag „überrascht“ (inzwischen wäre es eine Überraschung, wenn am Geburtstag um Mitternacht niemand zum Gratulieren mit Torte usw. vorbeikäme&hellip und am nächsten Tag feierten wir noch ein bisschen nach der Uni in der Pizzeria weiter.
Dienstag musste Rita dann schon wieder zurück nach Deutschland und da ich keine Vorlesungen hatte fuhr ich mit ihr zum Flughafen. Dort stellte sich heraus, dass sie sogar noch eine 7. (8./9./10.?!) Flasche von dem guten, lettischen Bier hätte einpacken können, da die erlaubten 15 kg noch nicht überschritten waren. Zum Abschied gab es dann noch die leckeren Nudeln im Lido und dann flog sie wieder gen Deutschland.
Am nächsten Tag hatten wir unsere zweite Vorlesung zu Minderheiten in Lettland, danach ging ich ganz schnell einkaufen, brachte die Einkäufe nach Hause und fuhr wieder zurück ins Zentrum. Der Stress lohnte sich aber, denn wir gingen zu einem Akkustikkonzert der Band Astro’n’out, deren tolle Gitarrenmusik auf diese Art und Weise ganz besonders schön war.   

 

[von links: Uli (Österreich), Anna (Ungarn), Kerttu (Estland), Karina (Polen), Kristine (Lettland), Laura (USA), Kristina (Kanada), ich (Deutschland *höhö* So eine internationale Truppe auf einem lettischen Konzert ]

Am Freitag sahen wir die Band schon wieder, diesmal gaben sie ein Konzert im Einkaufszentrum Galerija „Centrs“, aber leider hatten wir keine Zeit sie uns anzuhören. Das Wochenende brachte ich dann zugegbenermaßen ziemlich faul zu, was nicht zuletzt daran lag, dass mir Janusz eine Internetseite zeigte, auf der man verschiedene Serien angucken kann. (So langsam merke ich, dass mir manchmal mein Fernseher fehlt… Aber nur manchmal!)
Sonntag kam Julia zurück aus Greifswald und Abends gingen wir uns zusammen mit Kerttu, Kristina und Laura ein Konzert in der anglikanischen Kirche zum „Lāčplēša diena“ anhören, bei dem auch unser Professor von Baltic Music mitwirkte. Auch auf der Straße des 11. November fanden Veranstaltungen statt, an (bzw. zwischen den Steinen der) Mauer des Rigaer Schlosses waren Hunderte von Kerzen niedergelegt und die lettische Armee verteilte heißen Tee, mit dem wir uns aufwärmten, denn es war wirklich kalt. (Zum Hintergrund des Lāčplēša diena: Am 11. November 1919 gelang es den Letten die deutsch-russischen Soldaten aus Riga zu vertreiben und somit ihre gerade erst errungene Unabhänigkeit zu sichern.)

[Ein kleines Stück der Schlossmauer]

Montag früh gingen Julia und ich dann endlich unsere Aufenthaltsgenehmigungen beantragen! Tja ja, und diesen Freitag kann ich sie abholen! Lettische Ämter sind übrigens mindestens genau so verwirrend und verworren wie deutsche… Aber nachdem wir verstanden hatten, wo man sich seine Nummer holen muss ging eigentlich alles ganz schnell. Mein Russischkurs fiel an diesem Vormittag aus, dafür ging ich mit Aura aus Litauen Pfannkuchen essen und wir führten tatsächlich sowas wie ein kleines Gespräch auf Russisch. Das war auch eine gute Vorbereitung auf meine kleine Slawistikprüfung, die ich am Nachmittag zusammen mit Alisa hatte, denn die lief hauptsächlich auf russisch und für mich zum Glück auch ein bisschen auf lettisch ab. Wir hatten beide etwas zu zwei russischen Exil-Dichtern vorbereitet und als wir noch nicht mal die Hälfte vorgetragen hatten, war die Dozentin schon so begeistert davon, wie genau und gründlich wir gearbeitet hatten, dass die Prüfung quasi schon wieder beendet war (ja ja, die Deutschen halt&hellip. Zum Abschied bot sie uns soagr noch ein paar Laima Pralinen an, so können Prüfungen ruhig immer sein! ^^ Zu Hause fand ich dann gleich dreimal meinen Namen auf dem Posttisch, ein Brief von Mama, eine Postkarte von Katrin und ein Paket von Claudi. Danke nochmal, hab mich riesig gefreut! Kurze Zeit später musste ich allerdings schon wieder los, da wir uns einen österreichisch-lettischen Film anschauen wollten. Taten wir dann auch. Das lass ich jetzt einfach mal unkommentiert so stehen. Als wir dann aus dem Kino zurück kamen war mein Tag aber immer noch nicht vorbei, denn Tobi bat mich, mit ihm ins Einkaufszentrum um die Ecke zu fahren und gegebenfalls übesetzenderweise beim Schuhe umtauschen zu helfen. Tja, und wie es dann so ist, wenn man eigentlich gar nix kaufen will … am Schluss hatte ich neue Stiefel! Aber die sind auch soooo schöööön. Doof nur, dass sie schon das zweite paar Schuhe in diesem Monat waren. Ich glaube, jetzt bin ich erst mal gut ausgestattet. (Ich muss aber auch zu meiner Verteidigung sagen, dass ich aus Platzmangel nur zwei Paar mit nach Lettland genommen habe!)
Das Highlight des Dienstags war ganz klar Ulis und meine Spinat-Hackfleisch-Tomaten-Lasagne, die war vielleicht lecker! Mittwoch besuchten wir mit der „minorities class“ das jüdische Museum und bekamen eine sehr ausführliche und interessante Führung. Abends hatte mal wieder jemand Geburtstag und man kann sich wahrscheinlich inzwischen denken was passierte. Zur Abwechslung waren auf der Torte Trickkerzen, die sich von selbst wieder entzündeten, was für einiges Gelächter und ein versutztes Gesicht beim Geburtstagskind sorgte.

Donnerstag machte ich mich voll gepackt auf den Weg in die Altstadt zur Wohnung von Kristina aus Kanada, ließ dort meine Sachen und fuhr Claudi am Flughafen abholen. Zehn Tage vorher hatten wir sehr spontan entschieden, dass sie unbedingt nach Lettland kommen muss und wie wir als Ex-Lettland-EVS-Freiwwillige so sind haben wir den Plan gleich mal in die Tat umgesetzt. Unsere wichtigste Aufgabe an diesem Tag war es, den Klempner in Kristinas Wohnung zu lassen, da sie selber nicht da war, und Abends ging es – natürlich – in die French Bar. Am nächsten Tag ging es Mittags dann mit dem Bus nach Madona, wo schon bemerkenswert viel Schnee lag (in Riga war alles wieder weggeschmolzen). Nach den obligatorischen Besuchen im Šlāgeris und im Rimi und einem Treffen mit Artūrs fuhren wir weiter nach Barkava, wo wir übernachteten und mit Sonja, Irene und Anja, den neuen Freiwilligen in Claudis altem Projekt, zusammen saßen. Sonntag quälten wir uns recht früh aus den Federn, denn es ging für Claudi weiter nach Viļāni, eine lettische Freundin besuchen, und für mich zurück nach Madona. Während der Busfahrt merkte ich so richtig, wie schön es war, wieder diese Strecke zu sehen, die ich ja schon oft gefahren war, um die beiden Claudis zu besuchen und zwischendurch schien es mir ganz seltsam, dass ich ja jetzt als Studentin in Riga bin und alles eigentlich ganz anders ist. Das Wetter war an diesem Tag einfach traumhaft, nur eben ein bisschen kalt, und so verbrachte ich ein paar Stunden damit spazieren zu gehen, durch den Buchladen und andere Geschäfte zu streifen, in Cafés (dem neuen namens „Kore“, wo früher das legendäre Rāte war und im Rudzons) zu sitzen und mich mit Gunta zu treffen. Auf der Busfahrt zurück nach Riga schliefen wir beide und sammelten Kräfte für die French Bar. Dort sahen wir am Abend eine Menge bekannter Gesichter, ein paar von den neuen Freiwilligen und etwas später kamen auch Evren (aus Zypern, der gleichzeitig mit uns EVS gemacht hatte und jetzt wieder in Riga studiert), Socrates und Carlos aus Mexico, die wir auch schon von „damals“ kannten und schon viel zu lange nicht mehr gesehen hatten. Große Wiedersehensfreude und eine Menge Spaß vorprogrammiert.
Am 18. November, also am Sonntag, war der wichtigste lettische Feiertag, der Unabhängigkeitstag. Die ganze Woche schon konnte man überall Plakate und Dekoration sehen, aber an diesem Tag war die Stadt wirklich rot-weiß-rot. Wir bekamen noch den letzten Teil der Militärparade mit, gingen danach zum Freiheitsdenkmal, dessen Sockel über und über mit Blumen bedeckt war. Dort kauften wir uns erst mal kleine lettische Fähnchen, um uns der Feiertagsstimmung anzupassen und liefen dann eine ganze Weile durch die Gegend und machten viele Fotos. Zum Essen fuhren wir ins große Lido, wo wir sogar noch ein paar Volkstänze zu sehen bekamen. Abends trafen wir uns dann mit Kerttu und sicherten uns gute Plätze direkt am Fluss, denn am gegenüberliegenden Ufer wurde ein großes Feuerwerk abgehalten. Das war wirklich sehr, sehr schön, nur leider zog der Qualm zu uns rüber und gegen Ende konnte man gar nicht mehr alles erkennen… Wie dem auch sei, man merkte wirklich die besondere Stimmung auf den Straßen. So viele Menschen und vor allem so viel Lettisch, wie Kerttu treffend bemerkte, sieht und hört man sonst nie in der Altstadt. Später gingen wir dann (oh Wunder) noch einmal in die French Bar, wo ich endlich den Freun von meiner Mitbewohnerin Anna kennenlernte, der sie zur Zeit besucht und wirklich sehr nett ist.

Montag war dann leider schon wieder viel zu schnell der Tag des Abschieds gekommen. Ich fuhr mit Claudi zum Flughafen, wir hofften noch bis zum letzten Augenblick, dass vielleicht ihre Reisetasche kaputt gehen oder der Flug gecancelled würde, aber letztendlich fuhr ich dann doch wieder alleine zurück ins Zentrum, holte meine Taschen aus Kristinas Wohnung und fuhr wieder ins Wohnheim. (Oh, wie hab ich das Federbett und die normale Dusche in dieser Wohnung genossen!) Im Wohnheim wurde ich aber so herzlich und freudig von allem wieder in Empfang genommen, dass ich doch richtig gern wieder zurück kam. So saß ich dann auch eine ganze Weile bei Karina und Kasia, später bei Basia und Asia im Zimmer und Abends schaute ich noch zusammen mit Uli „Desperate Housewifes“, also gleich wieder kopfüber rein ins Wohnheimleben. Na ja, nicht ganz, denn Anna wohnt im Moment mit ihren Freund in einem Hotel und ch habe das Zimmer für mich allein, was ich natürlich auch genieße. Aber ehrlich gesagt freue ich mich doch schon darauf, wenn sie wieder hier ist! So ganz allein im Zimmer ist auch doof, da fehlt einfach irgendwas…
Ach ja, da der Nationalfeiertag dieses Jahr auf einen Sonntag fiel, war der Montag in Lettland offiziell ein freier Tag. Das ist doch mal konsequent, oder?

Gestern wollten Kerttu, Uli und ich eigentlich ins Kino und den neuen, viel gelobten lettischen Film „Rīgas sargi“ anschauen, aber als wir kamen waren tatsächlich schon sämtliche Karten für alle Vorstellungen ausverkauft! Also gingen Uli und ich ein bisschen bummeln, trafen später Anke, Julia, Dace und ihre Freundin und gingen zusammen Wasserpfeife rauchen. Das ganze Treffen verlief halb lettisch, halb deutsch, sehr lustig. Abends wurde Kasia dann zum Geburtstag „überrascht“. Das heißt als wir sie endlich im dritten Zimmer gefunden hatten…
Ins Kino sind wir dann stattdessen heute gegangen und ich muss sagen, obwohl doch ziemlich viel gekäpft wurde (es ging um oben erwähnte Ereignisse von 1919) hat mir der Film richtig gut gefallen.

So, wer das jetzt alles durchgelesen hat bekommt an dieser Stelle einen virtuellen Keks von mir überreicht! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und bis zum nächsten mal!

22.11.07 01:16
 


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